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Speclore

Dampfkondensatlast in Heizsystemen

Abschätzung der Kondensatlast von Dampfheizgeräten zur Dimensionierung der Rücklaufleitungen.

steamcondensateloadheatingRechner

Übersicht

In dampfbeheizten Systemen stellt die Kondensatlast die Dampfmasse dar, die bereitgestellt (und anschließend kondensiert) werden muss, um einen Prozesswärmebedarf zu decken. In der Praxis ergeben sich zwei grundlegende Szenarien:

  • Wärmeübertragung durch eine Oberfläche — Dampf kondensiert auf einer Seite eines Wärmetauschers und überträgt Energie auf ein Fluid oder Gas auf der anderen Seite.
  • Erwärmung einer Materialcharge — Die Dampfenergie erhöht die Temperatur eines Produkts von einem Anfangszustand auf einen Zielzustand.

In beiden Fällen wird die erforderliche Kondensatlast bestimmt, indem der gesamte Wärmebedarf durch die latente Wärme der Dampfversorgung dividiert wird.

Wichtige Formeln

Wärmeübertragung durch eine Fläche

Q=UAΔtQ = U \cdot A \cdot \Delta t

Gesamte Wärmemenge, die durch eine Oberfläche der Fläche AA übertragen wird, mit dem Gesamtwärmeübergangskoeffizienten UU und der mittleren Temperaturdifferenz Δt\Delta t zwischen dem Dampf und dem Sekundärfluid.

Erwärmung eines Materials (Charge)

Q=mcp(t2t1)Q = m \cdot c_p \cdot (t_2 - t_1)

Gesamte Wärmemenge, die benötigt wird, um eine Masse mm eines Materials (spezifische Wärme cpc_p) von der Temperatur t1t_1 auf t2t_2 zu erwärmen.

Kondensatlast

Sobald die Gesamtwärme QQ und die Prozesszeit hh bekannt sind, ergeben sich Wärmerate und Kondensatmassenstrom direkt:

Q˙=Qh\dot{Q} = \frac{Q}{h}

m˙cond=Q˙L\dot{m}_{cond} = \frac{\dot{Q}}{L}

wobei LL die latente Kondensationswärme für den Dampfversorgungsdruck und hh die verfügbare Heizzeit ist.

Variablen

SymbolBeschreibungEinheit
QQQuantity of heat transferredkJ
Q˙\dot{Q}Heat ratekW
UUOverall heat transfer coefficientW/(m²·K)
AAHeat transfer area
Δt\Delta tTemperature difference (steam to secondary fluid)K
mmMass of heated materialkg
cpc_pSpecific heat of materialkJ/(kg·K)
t1t_1Initial material temperature°C
t2t_2Final material temperature°C
hhAvailable heating times
LLLatent heat of steam condensationkJ/kg
m˙cond\dot{m}_{cond}Condensate load (steam mass flow)kg/s

Referenzdaten

Latente Wärme von gesättigtem Dampf

9 Zeilen
Die latente Kondensationswärme nimmt mit steigendem Dampfdruck ab.
Überdruck (bar)
Sättigungstemperatur (°C)
Latente Wärme (kJ/kg)
01002257
11202201
21342163
31442133
51592085
71702048
101842000
141981952
202161890

Quelle: engineeringtoolbox.com

Typische Gesamtwärmeübergangskoeffizienten (U)

6 Zeilen
U-Werte variieren stark mit Verschmutzung, Strömungsgeschwindigkeit und Fluideigenschaften.
Application
U min (W/(m²·K))
U max (W/(m²·K))
Dampf zu Wasser (Rohrbündel)8001500
Dampf zu Luft (Rippenrohr)2550
Dampf zu Öl (Rohrbündel)100350
Dampf zu Prozessflüssigkeit (Plattenwärmetauscher)15004000
Dampf zu Gas (Mantelgefäß)1030
Dampf zu zäher Flüssigkeit (Schlange im Tank)100300

Quelle: engineeringtoolbox.com

Calculator

Kondensatmenge aus Flächenbeheizung

Kondensatmenge — Flächenbasierte Beheizung

Kondensatmenge aus Chargenbeheizung

Kondensatmenge — Materialerwärmung

Einheitenumrechner

Dampfkondensatlast-Einheitenumrechner

Wiederhergestellte Original-Quellentabellen

Die folgenden Tabellen wurden von der Original-Quellenseite wiederhergestellt, um die vollständigen Referenzdaten zu erhalten.

Technische Hinweise

  • Anfahrlasten dominieren. Das Heizen von kalten Anlagen und Rohren von Umgebungstemperatur auf Betriebstemperatur kann das Vielfache des stationären Kondensatmengenstroms erfordern. Dimensionieren Sie Dampfleitungen und Kondensatableiter entsprechend.
  • Flashdampf. Wenn Hochdruckkondensat in ein Niederdruckgefäß abgegeben wird, verdampft ein Teil rückwärts zu Dampf. Die Rückgewinnung von Flashdampf kann Speisewasser vorwärmen und die Gesamtkessellast reduzieren.
  • Luft und nicht kondensierbare Gase. Selbst geringe Konzentrationen von Luft reduzieren den effektiven U-Wert drastisch. Installieren Sie Entlüfter auf dampfbeheizten Oberflächen und sorgen Sie für eine ordnungsgemäße Dimensionierung der Entlüftung während der Anfahrt.
  • Verschmutzungsfaktoren. Die U-Werte in der obigen Tabelle stellen saubere Bedingungen dar. Fügen Sie Verschmutzungswiderstände (typischerweise 0.0001–0.0003 m²·K/W pro Oberfläche) hinzu, wenn Sie Wärmetauscher für lange Betriebsintervalle dimensionieren.
  • Dimensionierung der Kondensatableiter. Kondensatableiter müssen mindestens für die maximale Kondensatlast einschließlich Anfahrrandbedingungen dimensioniert werden, typischerweise das 1,5–3-fache der normalen Betriebslast.
  • Abhängigkeit der latenten Wärme vom Druck. Verwenden Sie immer die latente Wärme, die dem tatsächlichen Versorgungsdruck entspricht. Bei höheren Drücken nimmt die latente Wärme ab, daher wird für die gleiche Wärmeleistung mehr Dampfmassenstrom benötigt.

Referenzen